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Rathaus lagert seine EDV aus


Ersetzt werden dieser große Rechner und sechs weitere Geräte durch kleine Verbindungs-Kästchen an den Schreibtischen. Oder man arbeitet wie Kämmerer Michael Rieger (rechts) gleich mit einem Laptop mobil. Über den gelungenen Umzug der Rathaus-EDV freuen sich (v. li.) Unternehmer Peter Hartl, Bürgermeister Josef Kufner und Lukas Grüner von der Firma komuna. −Foto: Baumgartl

 

Garham

In Rathäusern arbeiten Verwaltungsfachkräfte und keine IT-Spezialisten. Wie sollen sie da den wachsenden EDV-Aufwand beherrschen? Gar nicht, findet der Markt Hofkirchen und hat jetzt seine komplette EDV ins hochmoderne Rechenzentrum der EDV-Firma Hartl ausgelagert. Seit Mittwochabend laufen alle Rathaus-Daten komplett über die Server des im Ort ansässigen Unternehmens.

„Wir sind ein Leuchtturm-Projekt, denn wir sind die erste Kommune im Landkreis“, sagt Bürgermeister Josef Kufner am Donnerstag, als der Datenumzug offiziell abgeschlossen ist. Die Auslagerung an eine private Firma sei „eine zweckmäßige und zukunftsorientierte Lösung“. Laut Michael Rieger, Kämmerer und EDV-Beauftragter der Verwaltung, sei der Schritt unumgänglich gewesen. Der bisherige Server und auch das Betriebssystem seien veraltet gewesen und hätten ersetzt werden müssen. „Mit der neuen Lösung sparen wir uns auf zehn Jahre gesehen 50000 bis 60000 Euro – und viel Ärger und Nerven“, erklärt der Kämmerer.

Statt dessen will die Marktgemeinde die Ausstattung und das Wissen von Profis nutzen. „EDV-Betreuung ist ohne Fachausbildung für die Angestellten eines Rathauses nur schwer leistbar“, sagt Bürgermeister Josef Kufner. Im Dezember hatte die Kommune sich für die Zusammenarbeit mit den Firmen komuna und Hartl entschieden. „Unser Vertragspartner ist komuna“, erläutert Kämmerer Rieger. Das Unternehmen mit Sitz bei Landshut dient der Marktverwaltung als EDV-Betreuer. „Wir haben das Outsourcing organisiert und sind die Schnittstelle zwischen Gemeinde und Rechenzentrum“, sagt Lukas Grüner von komuna. Das Unternehmen betreut seinen Angaben zufolge 70 Kommunen in Bayern. Die Daten selbst bleiben – zumindest virtuell – im Ort. „Es war nur logisch, dass die Hofkirchner Daten auch in Hofkirchen verwahrt werden“, sagt Bürgermeister Josef Kufner und schaut zu Peter Hartl. Der Unternehmer hat 2016 in Hofkirchen ein großes Rechenzentrum hingestellt. Er beschäftigt seinen Angaben zufolge 50 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich. Sie betreuen fast 500 Kunden in allen EDV-Bereichen – „von der Software-Entwicklung bis zu individuellen Rechenzentrums-Dienstleistungen“.

Der Server im Rathaus hat jetzt ausgedient, ebenso die großen Rechner-Kästen an den zehn Schreibtischen in den Büros. Stattdessen hängen die Bildschirme nur noch an einem Kästchen, das die Verbindung zu den Servern im Hartl-Rechenzentrum herstellt. Streng genommen ist nicht einmal das nötig: Die Rathaus-Mitarbeiter sind mobil geworden. Mithilfe von Apps für Tablet oder Notebook können sie jetzt von überall aus arbeiten. Das freut Kämmerer Rieger sehr: „Mobilität ist gerade in Corona-Zeiten wichtig.“ Auch die Bauhofmitarbeiter sollen bald mobil arbeiten können, so Rieger.

Bürgermeister Josef Kufner ist erleichtert, dass die EDV-Auslagerung jetzt geklappt hat: „Sie ist vor fünf Jahren angestoßen worden und hat dann viele Unsicherheiten mit sich gebracht.“ Neben Fragen zum Datenschutz habe es auch viel Abstimmungsbedarf mit dem Landratsamt gegeben, das derzeit ähnliche Strukturen aufbaue. Letztlich sei eine gute Lösung gefunden worden. Zum Thema Datenschutz sagt Peter Hartl: „Datenschutz beschäftigt uns in der Wirtschaft seit Jahrzehnten. Hofkirchen profitiert von unseren hohen Sicherheitsstandards, die sich eine Kommune nie leisten könnte. Zudem sind wir zertifiziert und werden laufend überprüft.“ —Helene Baumgartl

 

 

Quelle: pluspnp.de   —− Helene Baumgartl

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