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Initiatoren


„Ditch Witch“ frisst sich unter Donau durch


Freude über den Start: Hofkirchens Bürgermeister Alois Wenninger (v.l.), Georg Stelzer und Josef Kufner, Planer Gerhard Schönbuchner, Bauleiterin Angela Blume und Vilshofens Bürgermeister Florian Gams. −Foto: Brunner

 

Hofkirchen

Zustimmend genickt hat Bürgermeister Florian Gams am Ortseingang von Pleinting, als sein Hofkirchener Kollege Josef Kufner den Anschluss des Kanalnetzes seiner Marktgemeinde an die Kläranlage der benachbarten Stadt als Paradebeispiel für interkommunale Zusammenarbeit lobte. „Der Begriff greift hier definitiv“, sagte Kufner beim Start der Unterdükerung der Donau für die Leitung, über die Hofkirchens Abwasser in wenigen Wochen der Reinigung im Vilshofener Klärwerk zugeführt wird.

Seit Montagnachmittag frisst sich die „Ditch Witch“ – zu Deutsch: Grabenhexe – in fünf Metern Tiefe unter der Fluss-Sohle durch den Untergrund der Donau in Richtung Hofkirchen. Das größte Gerät aus dem Fuhrpark der Spezialfirma Galjard aus Nordhessen, Subunternehmer der mit dem Projekt betrauten Josef Rädlinger GmbH mit Sitz in Windorf, setzt dem Gestein ein Felsbohrkopf-Gestänge entgegen, das – von einem knapp 300 PS starken Diesel-Motor angetrieben – mit einer Zugkraft von bis zu 47 Tonnen in das Bett der Donau gepresst wird. Wie Geologin und Bauleiterin Angela Blume erklärt, ist eine Bohrgeschwindigkeit von einem Meter pro Stunde vorgesehen – freilich abhängig von Überraschungen im Flussbett.

Der diamant-bewehrte Bohrkopf hat einen Durchmesser von rund 20 Zentimetern. Die Abwasser-Druckleitung, die auf der Trasse quer unter dem Strom verlaufen wird, ist 16 Zentimeter dick, wie Gerhard Schönbuchner vom gleichnamigen Vilshofener Tiefbau-Ingenieurbüro erklärte. In der ersten Taktung der Maßnahme werden rund 400 Laufmeter zwischen den Flussufern überwunden, in der zweiten die restlichen knapp 460 Meter bis zur Hofkirchener Kläranlage. An dieser Stelle ist die Donau nicht allzu breit. „Die Fertigstellung ist für Mitte Mai geplant“, informierte Schönbuchner. Parallel dazu läuft der Umbau der Hofkirchener Kläranlage.

Das in der Marktgemeinde Hofkirchen anfallende Abwasser wird künftig in einer Menge von zehn Litern pro Sekunde permanent durch die Leitung unter der Donau hindurch zum Anknüpfungspunkt an das Vilshofener Kanalnetz am östlichen Ortseingang von Pleinting gepumpt. Damit kommt Hofkirchen gut aus, zumal die dann aufgelassene Kläranlage neben der Pump-Funktion als Schlamm-Zwischenspeicher mit Nutzung der drei vorhandenen großen Becken dient. Das Projekt wird gefördert, nachdem das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf diese Lösung als die kostengünstigste erachtet hat.

„Die Stadtwerke Vilshofen haben die Kapazitäten, wir den Bedarf“, sagte Bürgermeister Kufner. Mit Blick auf die anstehende Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Hofkirchen müsse man „das Rad nicht neu erfinden“. 2. Bürgermeister Alois Wenninger meinte: „Das ist eine Win-win-Situation.“ Florian Gams erläuterte: Ein Pumpwerk sei einfacher zu handhaben als eine Kläranlage. „Wir haben noch Luft und können ausschließen, dass die Abwassergebühren nun höher werden.“

In die technischen Details ging Planer Schönbuchner. Die Kläranlage Vilshofen sei auf 36000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Die Stadt Vilshofen umfasst nach der Einwohnerzahl rund 17000 Einwohnergleichwerte zuzüglich der angeschlossenen Gewerbebetriebe, der Markt Hofkirchen etwa 1500 Einwohnergleichwerte. Das Fazit des Ingenieurs: „Die städtische Kläranlage hat noch ausreichend Luft, um zu expandieren und sich nicht einschränken zu müssen.“ Hinzu komme die deutlich bessere Ausreinigung des Abwassers im größeren Klärwerk, allein schon bedingt durch das weitaus größere Beckenvolumen. Die Investitionskosten seien obendrein deutlich niedriger. Die genauen Summen lassen sich laut Bürgermeister Kufner erst gegenüberstellen, wenn die Arbeiten für den Kläranlagen-Umbau feststehen. Die Vergabe erfolgt in Kürze.  —Bernhard Brunner

 

Quelle: pluspnp.de   —−−Bernhard Brunner

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