Virtuell üben, real profitieren

Garham

Damit im Einsatz alles glatt läuft, trainieren Feuerwehren immer wieder den Ernstfall – ab jetzt auch digital. Das neue elektronische Einsatzsimulationssystem „fwESI“ steht nun den 31 Feuerwehren des KBI-Bereichs Passau Nord für Schulungszwecke zur Verfügung. Im ersten Quartal haben 15 Feuerwehren des KBI-Bereichs Nord die Möglichkeit, die Weiterbildung in Anspruch zu nehmen. Weitere Termine folgen im Laufe des Jahres. Als eine der ersten Feuerwehren konnte die FF Garham kürzlich mit der virtuellen Technik erfolgreich üben.

Das virtuelle Planspiel für Feuerwehr-Führungskräfte bietet eine innovative und praxisnahe Methode zur Aus- und Fortbildung in der Einsatzleitung. Diese computergestützte Simulation dient dazu, strategische und taktische Fähigkeiten der Führungskräfte zu verbessern, indem sie in realitätsnahen Szenarien wie Bränden oder Verkehrsunfällen herausgefordert werden.

Kreisbrandmeister Stefan Bauer erklärt, dass Gruppenführer, Zugführer und Kommandanten die Hauptzielgruppe für diesen neuen Weg der Ausbildung sind: „Im virtuell moderierten Planspiel geht es um das taktische Vorgehen im Einsatz.“ Die Einsatzstellen werden visualisiert und die Teilnehmer lernen dann durch Erleben. Die Handlungsabläufe können so bei zukünftigen Realeinsätzen noch zielorientierter eingesetzt werden. „Es ist definitiv kein Spiel. Mit dem Lerntool wird effektiv Fachwissen vermittelt“, sagt auch der zuständige Gebietskreisbrandmeister Georg Stelzer.

Flammen schlagen aus dem Fenster einer Wohnung – das ist eines der möglichen Szenarien, die sich mit dem Tool realitätsnah nachstellen lassen. Brandleider und Nachbarn winken der Feuerwehr aufgeregt zu. Auch Schaulustige sind vor Ort. Der Gruppenführer kann vieles üben – die Fahrzeugaufstellung, die Erkundung, die Befehlsgebung an die Mannschaft und an nachrückende Kräfte, aber auch die Kommunikation mit der Leitstelle und den anderen Einsatzkräften.
Die Ausbildung erfolgt unter Anleitung eines Controllers, der den gesamten Prozess steuert und evaluiert. Das Handlungsschema für Führungskräfte bei der Feuerwehr legt die Schritte fest, die notwendig sind. Die Führungskräfte trainieren so, den Führungsprozess in Phasen zu durchlaufen: Lagefeststellung, Bewertung der Lage, Festlegen des Einsatzziels, Planung und schließlich die Befehlsgebung.

Nach drei Stunden Ausbildung freuten sich KBM Stefan Bauer und Georg Stelzer über ein durchwegs positives Feedback der Teilnehmer, unter ihnen der örtliche Kommandant Erwin Schöfberger. Bürgermeister Josef Kufner gesellte sich zu den Teilnehmern und bezeichnete das Übungssystem als „sehr gutes Werkzeug“, mit dem sich Einsatz-Situationen aufzeigen und taktische Dinge schulen lassen.

 

 

Quelle: pnp.de —Franz X. Eder

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