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Investor muss Spielplatzablöse zahlen


Es tut sich was bei der Realisierung der sogenannten Neuen Mitte von Hofkirchen, wo einige alte und nicht mehr sanierungswürdige Häuser abgebrochen worden sind. Für ein Mehrfamilienhaus-Projekt mit 23 Wohnungen, Gastronomie und drei Läden ist jetzt eine Spielplatzablösevereinbarung als Grundlage zur Baugenehmigung beschlossen worden. −Foto: Brunner

 

Hofkirchen

Mit einer neuen Situation konfrontiert gewesen ist die Marktgemeinde im Zusammenhang mit dem Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 23 Wohnungen, sogenannten Duplex-Parkern, einer Gastronomie-Einheit und drei Ladeneinheiten in Hofkirchen an der Vilshofener Straße. Da auf dem Grundstück des privaten Investors kein Spielplatz vorgesehen ist und technisch auch nicht realisiert werden kann, ist eine Spielplatzablöse – ähnlich der Vorgehensweise bei nicht nachweisbaren Kfz-Stellplätzen – von der Pro Contact Donaumarkt GmbH & Co. KG fällig.

„Das ist tatsächlich das erste Mal“, betonte Bürgermeister Josef Kufner (CSU) in der Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend zu dem noch nie dagewesenen Sachverhalt. Seine Ratskollegin Katrin Wagenpfeil (SPD) erkundigte sich danach, ob dann die vorhandenen öffentlichen Spielplätze entsprechend aufgehübscht würden. Kufner bejahte diese Frage. Die vom Bauwerber zu leistenden Gelder müssen gemäß der Spielplatzablösevereinbarung mit der Kommune zweckgebunden verwendet werden, wie auch Rathaus-Geschäftsleiter Gerhard Deser bestätigte. „Wir suchen uns das Passende für unsere Spielplätze raus“, versicherte der Bürgermeister.

Eingangs hatte Kufner das Ratsgremium dahingehend informiert, dass in unmittelbarer Nähe zu dem geplanten Gebäudekomplex – in einer Entfernung von unter 500 Metern – ausreichend Spiel- und Jugendfreizeiteinrichtungen vorhanden sind. Konkret genannt wurden der Spiel- und Bolzplatz hinter der Turnhalle und der Spielplatz in der Hans-Carossa-Straße. Damit sind die Grundlagen für den Abschluss einer Spielplatzablösevereinbarung zwischen dem Investor und der Marktgemeinde Hofkirchen gegeben, wie die Ratsmitglieder erfuhren. Angestoßen hatte das Landratsamt das Thema im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens, indem es auf die Erfüllung der Spielplatzpflicht pochte.

Hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen wurde seitens der Marktgemeindeverwaltung auf den Aufsatz von Stefan Kraus, Leitender Ministerialrat am Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in München, verwiesen, der im Fachblatt „Kommunalpraxis“, Ausgabe 01/2022, veröffentlicht ist. Demnach sei der Abschluss einer Spielplatzablösevereinbarung eine rechtlich zulässige Möglichkeit, soweit Spielplätze seitens des Bauwerbers nicht auf dem eigenen Baugrundstück oder in dessen Nähe errichtet werden könnten. Michael Heudecker (CSU) hielt dieses Vorgehen für einen gangbaren Weg, damit das Bauprojekt zügig umgesetzt werden könne.

Die „Vereinbarung über die Spielplatzablöse“, so der offizielle Titel des dreiseitigen Schriftstücks, wurde vom Marktgemeinderat ohne weitere Diskussion einstimmig beschlossen. Unterzeichner sind Bürgermeister Josef Kufner und Rainer Neumann für die Pro Contact Donaumarkt GmbH & Co. KG mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen. Darin ist zu lesen, dass die Bauträgerfirma die Kosten für die Herstellung des notwendigen Spielplatzes zu dem Bauvorhaben durch Zahlung des Ablösebetrags übernimmt. Errechnet worden ist auf Basis des Bodenrichtwerts des Baugrundstückes, der Herstellungskosten für den Kinderspielplatz und der erforderlichen Größe auf Grundlage einer anrechenbaren Grundstücksfläche von 1250 Quadratmetern – das entspricht 75 Quadratmetern Spielplatzfläche – ein Ablösebetrag von 12375 Euro.

Am Ende der Marktgemeinderatssitzung gab Bürgermeister Kufner bekannt, dass die Regierung von Niederbayern die Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes – kurz ISEK – für Hofkirchen, wofür 27.103 Euro bezahlt worden sind, zwischenzeitlich mit einem Betrag von 15.600 Euro gefördert hat. Dies entspreche einer Zuschussquote von 57 Prozent. Außerdem sei die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn für das Freibad-Umfeld in Hofkirchen als nächsten Bauabschnitt im Rahmen der Städtebauförderungsmaßnahmen erteilt worden. Das Fazit laut Kufner: „Die Arbeiten können jetzt ausgeschrieben und vergeben werden.“   —Bernhard Brunner

Quelle: plus.pnp.de –Bernhard Brunner

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„Neue Mitte“: Bauantrag für 23 Wohneinheiten, Gastronomie und drei Läden befürwortet


Eine große Lücke klafft im Ortskern des Marktes Hofkirchen, nachdem eine Reihe alter Häuser – darunter auch der Standort des ehemaligen griechischen Speiselokals an der Ecke und ein abgebranntes Gebäude – abgebrochen worden sind. −Foto: Brunner

 

Hofkirchen

Ganze Arbeit geleistet haben die Abbruchbagger bereits im Ortskern von Hofkirchen. Jetzt bekommt die „Neue Mitte“ von Hofkirchen allmählich ein Gesicht.

23 Wohneinheiten mit sogenannten Duplex-Parkern, einer Gastronomie-Einheit und drei Ladeneinheiten umfasst der Bauantrag der Pro Contact Donaumarkt GmbH & Co. KG Rainer Neumann, den der Marktgemeinderat am Dienstagabend einstimmig befürwortet hat.

„Das entspricht dem, was das Gremium aus den Konzepten bereits kennt“, betonte Bürgermeister Josef Kufner (CSU).

Wie es von Seiten Kufners weiter hieß, ist zu dem Projekt bereits eine Absprache mit dem Landratsamt Passau erfolgt. Die baurechtliche Grundlage stellt demnach der Paragraph 34 des Baugesetzbuches mit der Regelung innerhalb zusammenhängender Bebauung dar. Als tagesaktuelle Information fügte der Bürgermeister hinzu, dass die Traufhöhe der geplanten Gebäude angepasst worden sei. An einer Stelle gebe es nun ein Walmdach.

Einer der beiden als Zuhörer im Rathaus anwesenden Sprecher des Bauträgers merkte ergänzend an, dass die Gastronomie für ungefähr 72 Sitzplätze ausgelegt sei. Der Bürgersteig vor dem Baukörper mit fünf Giebeln werde durchlaufend rund 1,60 Meter breit und weise keinerlei Sprünge auf, wurde versichert.

Sicherheitstechnische Bedenken meldete Marktratsmitglied Christian Pauli (SPD) an, was die vorgesehenen Glaswände vor den Freisitzplätzen vor der Gastronomie betrifft. Die Befürchtungen äußerte er im Zusammenhang mit dem alljährlich mehrere tausend Zuschauer anlockenden Faschingszug in Hofkirchen.

Pauli warnte vor Glasbruchschäden und den damit verbundenen Folgen, wenn die Besucher der närrischen Großveranstaltung zu stark gegen die Scheiben drücken würden. Ein Vertreter der Firma Pro Contact Donaumarkt versuchte die Ängste zu zerstreuen, indem er ankündigte, dass entlang des Restaurantbetriebs Sicherheitsglas montiert werde.

Zur Frage aus der Zuhörerschaft, ob es stimme, dass die Kommune beabsichtigt, den Gastrobereich zu erwerben, wollte sich der Bürgermeister zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht näher äußern.

Nach kurzer Rücksprache mit Rathaus-Geschäftsleiter Gerhard Deser bekundete Josef Kufner lediglich, dass noch keine notarielle Verbriefung in der Angelegenheit erfolgt ist.

 

 

Quelle: plus.pnp.de — Bernhard Brunner

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Zwei Bagger erledigen den Rückbau von fünf Gebäuden in der Hofkirchener Ortsmitte


Relativ geräuscharm erledigen zwei Bagger die Arbeiten am Marktplatz bzw. in der Vilshofener Straße in Hofkirchen. Zwei Gebäude – davon der ehemalige Grieche an der Ecke – werden zurückgebaut. Was wiederverwertet werden kann, landet in einem der fünf Container. Bis Mitte August sollen die Altbauten verschwunden sein. −Foto: Rücker

 

Hofkirchen

In der Dorfmitte von Hofkirchen haben die Abrissarbeiten für die Neue Mitte begonnen. Ein Passauer Abbruch-Unternehmen ist mit einem zusätzlich angemieteten Bagger dabei, die fünf Gebäude zurückzubauen, die weichen müssen, damit ein neuer Gebäudekomplex mit 23 Wohnungen entstehen kann.

Begonnen wurde am Montag an der Ecke gegenüber der Volksbank-Raiffeisenbank, beim ehemaligen Griechen. Der Pächter war in Ruhestand gegangen und verbringt die meiste Zeit in seiner alten Heimat Griechenland.

Die Gemeinde nutzte vor rund drei Jahren die Gelegenheit und erwarb das Anwesen mit dem Hintergedanken, etwas Neues schaffen zu können.

Nach und nach wurde ein Anwesen nach dem anderen gekauft. In einem Haus waren die Bewohner verstorben, ein anderes hatte nach einem Feuer einen erheblichen Brandschaden, aus einem weiteren Haus zogen die Mieter nach Vilshofen, so dass es der Gemeinde möglich war, die ganze Reihe zu erwerben. Die Vision, eine Neue Mitte entstehen zu lassen, geht auf den ehemaligen Bürgermeister Willi Wagenpfeil zurück. Die Städtebauförderung an der Regierung von Niederbayern unterstützt die Pläne.

Über das Netzwerk des Hofkircheners Jochen Reckzeh gelang es, einen Investor zu finden, der bereit ist, zwischen 8,5 und 9,5 Millionen Euro zu investieren. Es handelt sich dabei um Rainer Neumann. Der 58-Jährige hatte sich Ende Juni im Rathaus vorgestellt. Bürgermeister Josef Kufner und Rainer Neumann setzten ihre Unterschrift unter den städtebaulichen Vertrag. Die Gemeinde hat sechs Grundstücke verkauft.

Entstehen sollen vier Gewerbe-Einheiten im Bereich des Erdgeschoss sowie 23 Wohnungen in den oberen Stockwerken. Highlight werden sicherlich die zur Donau gewandten Wohnungen mit verglasten Fronten und Terrassen. Die Wohnungen in den üblichen Größen sollen vermarktet werden. Damit ist jedoch noch nicht begonnen worden.

Zurück zum Abriss. Die Zeiten, in denen eine Abrissbirne ganze Gebäude zusammenschlug und das Material dann auf irgendeine Deponie gekippt wurde, sind vorbei. Das Material wird sortiert und in Containern gesammelt. Immer wieder bleiben Passanten stehen und beobachten, wie feinfühlig die Greifzangen der Bagger das Material auseinanderdividieren.

Fertigstellungstermin des Projekts ist der 31. März 2024 – „wenn nichts dazwischen kommt“, hieß es bei der Präsentation der Pläne. Architekt Peter Kemper aus Passau sitzt gegenwärtig über der Detailplanung.   —Helmuth Rücker

 

Quelle: plus.pnp.de —Helmuth Rücker

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