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Ruhe nach dem Sturm: Landkreis-Impfbus machte Halt in Hofkirchen

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In schicker Kleidung statt in weißem Kittel: „Dann ist die Atmosphäre gleich viel lockerer“, sagt Leiterin Friederike Kohn. −Fotos: Elsberger

 

Hofkirchen

„Es wird ein ruhiger Tag.“ Dieses Gefühl hatte Friederike Kohn am Dienstagmorgen. Sie ist die Leiterin des Impfbusses, der durch den Landkreis Passau tourt. Am Dienstag war er in Hofkirchen. Die Zahl der Impfungen flacht laut Kohn ab. Viele warten auf den neuen Impfstoff „Nuvaxovid“, vermutet sie.

Anstatt im Bus wurde im Sitzungssaal des Rathauses geimpft. „Sonst müssten die Menschen bei dem Wetter vor dem Bus warten und frieren“, erklärt Friederike Kohn. Der Sitzungssaal mag ein ungewöhnlicher Ort für Impfungen sein. Trotzdem wundert es einen nicht, schließlich machte der Bus sogar schon in der Eginger Westernstadt „Pullman City“ Halt.

Es ist 11 Uhr: Der Impftag startet. Innerhalb der ersten 15 Minuten kommen gleich zehn Menschen vorbei. Das überrascht Friedrike Kohn nicht. Elf Uhr und nachmittags ab 15.30 Uhr seien die Stoßzeiten. Und der erste Kandidat bekommt zur Freude von Kohn seine Erstimpfung. „Die meisten Impfungen sind derzeit ,Booster‘“, erklärt sie.

70 Impfungen – eine Erstimpfung

Um die Mittagszeit tröpfelte es vor sich hin. Ab halb vier war wieder was los. Stand 17 Uhr wurde etwa 70 Mal geimpft – vor allem Zwei- und Drittimpfungen. „Das ist sehr gut“, freut sich Kohn. Die einzige Erstimpfung des Tages bekam der Herr am morgen.

Vermutung: „Viele warten auf Totimpfstoff“

Seine „Hochphase“ hatte der Impfbus, betrieben von der Firma IMS Rettungsdienst im Auftrag des Landkreises, Ende November und Anfang Dezember. 470 Menschen ließen sich am 7. Dezember in Unteriglbach impfen. „Das waren irre viel“, erinnert sich Kohn. Derzeit sei die Zahl der Impfungen rückläufig. In Aldersbach wurden am vergangenen Freitag 90 Impfungen durchgeführt, in Rotthalmünster waren es am Montag 85. „Ich denke, dass viele noch auf den neuen Impfstoff warten. Dann werden wir wieder mehr Andrang haben“, sagt Kohn, die medizinische Fachangestellte ist. Sie spricht vom Impfstoff Nuvaxovid vom Hersteller Novavax. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Totimpfstoff, der virusähnliche Partikel enthält, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten. Zum Einsatz kommt der Impfstoff voraussichtlich ab Ende Februar/Anfang März.

Buntes Outfit statt weißer Kittel

Ihre Impflinge begrüßt Friedrike Kohn nicht im weißen Kittel, wie man es vom Impfzentrum kennt. Sie trägt einen schickes Jackett und darauf einen bunten Schal. „Dann ist die Atmosphäre gleich viel lockerer“, weiß sie. Sonst wirke alle immer gleich so medizinisch. Und damit ihre Kolleginnen ihre gute Laune behalten, verteilt die geschäftige Frau zwischendurch Pralinen.

Eine sechste Tour ist geplant

Fünf Landkreis-Touren hat der Impfbus inzwischen hinter sich. Insgesamt wurden vom Impfbus-Team rund 37500 Dosen verimpft. Die vorerst letzte Station der „Spritztour“ ist Fürstenzell am 15. Februar (Feuerwehrhaus). Gibt es eine weitere Rundfahrt? „Eine sechste Tour ist in Planung. Die Termine stehen bald fest“, sagt Christoph Kölbl, Pressesprecher vom Passauer Landratsamt.

Als Dank noch Süßigkeiten

Eine der ersten Impfwilligen an diesem Tag ist Sanja Trinkler. Sie bekommt ihre Boosterimpfung. Nach ein paar Minuten huscht sie noch einmal rein, in der Hand eine Schachtel Süßigkeiten: „Das ist für euch, als Dankeschön“. Die 48-Jährige kennt das Team, denn sie hat alle drei Impfungen im Impfbus erhalten. „Es ist praktisch, weil man keinen Termin braucht“, sagt die Hofkirchenerin.

Warum lässt sie sich impfen? „Man kommt wegen der Freizeit-Einschränkungen nicht darum herum“, sagt sie. Sie hält die Corona-Impfung generell für notwendig. Denn ihre Tochter (16) hatte im November einen mittelschweren Corona-Verlauf mit hohem Fieber – vier Tage über 40 Grad – sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. „Beides ist immer noch nicht komplett wieder da“, bedauert sie.

Ein Mann kommt rein. Er ist genesen und weiß nicht so recht, ob er sich impfen lassen soll. Nach dem Gespräch mit der Ärztin ist er immer noch skeptisch. „Jetzt lasse ich Sie nicht mehr gehen“, sagt Kohn. Das meint sie nur scherzhaft. Auch nach dem Aufklärungsgespräch mit der Ärztin darf jeder sagen: Ich möchte doch nicht. Schließlich entscheidet sich der Hofkirchener für den Stich.

Was Friederike Kohn noch unbedingt loszuwerden möchte: „Danke an die Gemeinden, dass sie Räume zur Verfügung stellen – ob Rathaus, Begegnungszentrum oder Feuerwehrhaus.“

 

 

Quelle: pluspnp.de   —Katja Elsberger

Mehr im Vilshofener Anzeiger vom 08.02.2022 oder unter PNP Plus nach einer kurzen Registrierung

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