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Initiatoren


Nachwuchs für gefiederte Dauermieter


Beste Aussichten haben die Störche auf dem Spänebunker der Schreinerei Klamant in Hofkirchen. Das erste Küken ist am Mittwoch geschlüpft, wie unser Fotograf mit der Drohnenkamera festgehalten hat. −Foto: Laudi

 

 

Hofkirchen / Windorf

„Vorsicht, Storch quert!“ – Es kann jetzt durchaus vorkommen, dass Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer im Bereich der Gemeinde und in Donaunähe auf die eleganten Vögel treffen. Wie Bürgermeister Josef Kufner. Er hat beobachtet, „dass ihre Einflugschneise auch über den Bauhof führt“. Wo sie landen, ist ebenfalls bekannt: auf dem Spänebunker der Schreinerei Klamant im Gewerbegebiet. „Die Störche waren auch schon letztes Jahr da und sind über den Winter geblieben“, berichtet Manfred Klamant. Wird es zum Winter hin kalt, fliegt (in diesem Fall) der Weißstorch üblicherweise nach Afrika. Eher mildere Winter ersparen ihm die weite Reise, und Storchenpaare visieren in der Regel jedes Jahr das gleiche Nest an, um es zu „renovieren“ und aufzustocken, wie Klamant miterleben konnte.

Er war es auch, der beim Landratsamt und in der Gemeinde das Aufstellen von Hinweisschildern an den Wegen in Donaunähe initiiert hat. Hundebesitzer sind angehalten, ihre Vierbeiner anzuleinen, um die Störche – wie auch Bodenbrüter und andere Wildtiere – nicht aufzuscheuchen bzw. bei der Nahrungssuche zu stören. Der Unternehmer weiß weitere Details über seine gefiederten Dauergäste. „Im letzten Jahr waren sie offenbar noch nicht geschlechtsreif, aber jetzt ist zu sehen, dass immer ein Storch im Nest sitzt.“ Am Mittwoch ist der Vermieter sozusagen „Taufpate“ geworden.

Dieses Kinder-Glück war schon im Vorjahr ein paar Kilometer donauabwärts der Unternehmerfamilie Zitzelsberger in Windorf beschieden. Auch dort hatten Weißstörche ihren Horst auf dem Spänesilo der Fensterfabrik angelegt. „Sie hatten drei Junge“, erzählt Alfons Zitzelsberger jun. Beeindruckend sei die Szene gewesen, als nach dem Flüggewerden das Trio praktisch ohne Testflug zur gleichen Zeit abgehoben sei. Ebenfalls in Erinnerung hat Vater Alfons Zitzelsberger sen. eine amüsante Begebenheit: „Die Störche laufen bei uns auf dem Betriebsgelände rum. Einer von ihnen hat auf eine Autoscheibe gepickt. Anscheinend hat er sein Spiegelbild als Rivalen gesehen.“

Seit März ist die luftige Bleibe erneut belegt. „Am Anfang waren’s zwei Paare“, erzählt der Sohn. „Sie haben sich um das Nest gestritten.“ Die Zitzelsbergers vermuten, dass die alten Besitzer das Duell gewonnen haben.

In jedem Fall sehen die Windorfer wie auch die Hofkirchner Unternehmer ihre anmutigen Gäste gerne in ihrer Nähe. „Ein Erlebnis“ ist es auch für Hofkirchens Bürgermeister Josef Kufner, die über einen Meter großen, gefiederten Mieter beobachten zu können: „Ein schönes Bild. Wir würden die Störche gerne bei uns behalten.“

 Störche sind Fleischfresser. Sie lieben die Nahrungsvielfalt, bringen Frösche, Fische, Mäuse, Hamster und Maulwürfe, Kaulquappen, Schlangen, Eidechsen, Würmer und Insekten auf den „Tisch“. In afrikanischen Winterquartieren laben sie sich auch an Heuschrecken.

Nach dem Nestbezug werden drei bis fünf Eier gelegt, von beiden Eltern rund einen Monat lang bebrütet und von beiden auch mit Nahrung versorgt. In etwa drei Monaten sind die Jungstörche flugbereit.   —Bernhard Rössler

Quelle: pluspnp.de   —−Bernhard Rösler

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