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Nach zwei Nackenschlägen gibt GSI auf


Der erste Tiefpunkt: In Albersdorf wollte GSI einen neuen Standort errichten. Ein starker Protest der Anwohner führte dazu, dass der Stadtrat in Mehrheit seine ehemals zugesagte Unterstützung zurückzog. Angeblich kostete das Abenteuer Albersdorf der Firma in Summe eine Million Euro. −Foto: Rücker


Eging a. See

Das Unternehmen GSI, das in der Region als zuverlässiger Partner beim Verlegen von Strom-, Wasser-, Gas- und Internetleitungen galt, hat seinen Betrieb zum 31. Oktober eingestellt. Lange sah es nach einem Verkauf aus, doch dieser scheint gescheitert zu sein, da die Firma Mitte November einen Insolvenzantrag stellte. Geschäftsführer Werner Aicher war zu keiner Stellungnahme bereit. Nach VA-Informationen wurde das Gewerbe bereits abgemeldet.

Im Spätsommer hatte sich in der Branche abgezeichnet, dass GSI auf der Suche nach einem Käufer bzw. Teilhaber ist. Im Gespräch waren eine Firma aus Rotthalmünster und eine aus Röhrnbach. Im Oktober hatte sich Geschäftsführer Werner Aicher zuversichtlich gezeigt, dass sich eine Lösung finden lässt, bat aber darum, die Verhandlungen nicht durch eine frühzeitige Veröffentlichung zu gefährden.

Nach VA-Informationen informierte Aicher die Belegschaft am 15. Oktober über mögliche Szenarien, unter anderem auch über eine Insolvenz. In besten Zeiten hatte GSI rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, zuletzt sollen es nur noch 40 gewesen sein. Die Kolonnen, die unter anderem Aufträge der Stadtwerke Vilshofen ausführten, hatten angesichts der Kompetenz einen guten Ruf. „Wir haben jahrelang sehr gut zusammengearbeitet“, bestätigt Stadtwerke-Chef Karl Eibl. Mitte Oktober kam die Mitteilung, dass GSI das operative Geschäft einstellt und der Jahresvertrag ab 1. November nicht mehr erfüllt werden kann. Es sei noch alles ordentlich abgerechnet worden, sagt Karl Eibl.

Über die Gründe für das Ende der 2004 gegründeten Firma kann nur spekuliert werden. Werner Aicher, der das Geschäft zuletzt mit seiner Frau Ramona führte (eine der drei Töchter war auch schon eingestiegen), hatte in früheren Pressegesprächen stets Zuversicht ausgestrahlt, gleichzeitig aber nie verheimlicht, dass zwei Nackenschläge dem Unternehmen arg zugesetzt hätten.

Vor fünf Jahren fühlte man sich so gut auf dem Markt etabliert (es gab unter anderem Verträge mit den Stadtwerken Straubing und dem Bayernwerk), dass an eine Vergrößerung an einem neuen Standort gedacht wurde. Unter mehreren Optionen wurde das Gewerbegebiet Albersdorf als Standort ausgesucht. Als bekannt wurde, dass dort auch eine Anlage entstehen sollte, die Asphalt herstellen würde, regte sich Bürgerprotest, der letztendlich dazu führte, dass der Vilshofener Stadtrat im September 2018 seine ehemalige Zustimmung zur Bauleitplanung mehrheitlich zurücknahm. Angeblich entstand der Firma ein Schaden von rund einer Million Euro.

Das wegzustecken, war schwierig genug. Doch im August 2019 brannte die an das Büro angrenzende Produktions- und Lagerhalle ab. Aicher zeigte sich seinerzeit kämpferisch. „Es geht weiter“, sagte er in einem Pressegespräch. Man plane einen Neubau.

Daraus wurde nichts. Immer wieder war zu hören, dass die Versicherung den Fall nicht zum Abschluss bringe. Aicher sah schließlich wohl eine Lösung darin, den Betrieb zu verkaufen. Als auch ein Deal mit einem Unternehmen mit Sitz in Hengersberg nicht zustande kam und die österreichischen Banken den Geldhahn zudrehten, blieb nur noch der Gang zum Insolvenzgericht.

Nach VA-Informationen sind die verbliebenen 40 Mitarbeiter in anderen Firmen der Branche untergekommen. Auch die Familie Aicher wird nicht umhin kommen, sich eine neue berufliche Zukunft zu suchen. Helmuth Rücker

 


Der zweite Tiefpunkt: Am 21. August 2019 brennt die Lagerhalle der Firma ab. Es beginnt eine zermürbende Auseinandersetzung mit der Versicherung, die den Vorfall bis auf den heutigen Tag noch nicht abgewickelt hat. Seinerzeit war die Rede von einem Schaden von mehr als zwei Millionen Euro. −Foto: Baumgartl

 

 

 

Quelle: pluspnp.de   —Helmuth Rücker

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