
Inmitten der Zuhörer erläuterte Willi Wagenpfeil die Bilder und Zahlen auf der Leinwand des Saals. −Foto: Baumgartl
Hofkirchen.
Nein, eine Bilanz seiner fast 18 Bürgermeister-Jahre ziehen wollte Willi Wagenpfeil nicht am Ende seiner letzten Bürgerversammlung in Hofkirchen. „Ich habe noch ein halbes Jahr vor mir mit vielen Aufgaben. Schreibtisch und Kopf sind voll. Ich freue mich auf die Zeit bis zum 30. April“, sagte er am Mittwochabend. Ohnehin hatten die vorangegangenen beiden Stunden im Gasthof „Zur Post“ gezeigt, wie viel sich heuer und in den Vorjahren in der Marktgemeinde getan hat.
Der 68-Jährige SPD-Mann, der im März bei der Wahl nicht mehr antritt, nahm die 100 Besucher im Saal mit auf eine 60-minütige Reise durch die Marktgemeinde. Mit Fotos und Plänen zeigte er die aktuellen Bauvorhaben auf wie Städtebauförderung, Sanierung der Grundschule Garham, Anbau der Grundschule Hofkirchen oder das neue Gebäude neben dem Rathaus mit neuem Sitzungssaal, der zur Wahl im März fertig sein soll. Ausführlich erläuterte er, warum der Marktrat entschied, das Hofkirchener Abwasser künftig nach Vilshofen zu leiten statt selbst eine Kläranlage zu bauen. Unterm Strich spare sich der Markt eine Million Euro. Deshalb müssten die Bürger sich nicht an den Kosten beteiligen und nur die halbe Abwassergebühr zahlen wie bei einem Neubau.
„Wir legen Jahr für Jahr zu“, sagte Wagenpfeil mit Blick auf die Zahlen-Tabellen an der Wand, die er den Bürgern auch als Ausdruck zum Mitnehmen anbot. Im nächsten Jahr werde man die Grenze von 3800 Einwohnern überschreiten. So fließe immer mehr Einkommensteuer ins Gemeindesäckel: Heuer 1,9 Millionen gegenüber 1,3 Millionen 2014. Die Steuerkraft der Bürger liege jetzt bei 1102 Euro und damit auf Platz vier aller 38 Landkreisgemeinden. „Wir waren mal auf Platz 34“, erinnerte sich Wagenpfeil und sagte: „Wir haben die Arbeitsplatzzahl in den letzten Jahren auf 1300 verdoppelt.“ Seit 2014 sei die Gewerbesteuer von 950000 Euro auf heuer voraussichtlich 2,2 Millionen gestiegen. Seit 2012 stehe Hofkirchen schuldenfrei da, obwohl in den vergangenen sechs Jahren 16 Millionen Euro investiert worden seien – 4,2 Millionen davon allein heuer.
Nach Wagenpfeils Vortrag und der Diskussion von Bürger-Anliegen stellte Architekt Tobias Maier das neue Fassadenprogramm vor: Wer im Ortskern wohnt und seine Fassade, Hauseingänge, Erdgeschoss-Läden oder Vorgärten neu gestalten will, bekommt von der Kommune 30 Prozent der Kosten bezahlt, maximal 15000 Euro. Interessenten können sich zur ersten kostenlosen Beratung an Tobias Maier wenden, empfahl der Bürgermeister und sagte: „Wir freuen uns über jeden Antrag.“
Quelle: PulsPNP.de –−Helene Baumgartl
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Themen der Bürger: Von zugeparkten Gehsteigen bis zu herumliegenden Plakaten

Othmar Bartel
Das Wort ergreifen und eigenen Themen ansprechen. Diese Gelegenheit nutzten einige Besucher der Bürgerversammlung. „Die Park-Situation in Hofkirchen ist grauenhaft“, befand Othmar Bartel. Bei Veranstaltungen seien die Gehsteige in der Ortsmitte zugeparkt. „In der Vilshofener Straße, der Deggendorfer und der Garhamer Straße ist es am Schlimmsten und die Fußgänger müssen auf die Straße ausweichen.“ Er forderte Hochbordsteine als Abgrenzung zur Fahrbahn. „Das Ganze stimmt“, sagte Bürgermeister Willi Wagenpfeil mit Blick auf das wilde Parken. Man sei am Problem dran, bislang jedoch mit wenig Erfolg. Der Freibad-Parkplatz werde als Alternative zu wenig angenommen. Und hohe Bordsteinkanten seien mit Blick auf die Belange Behinderter schwierig.
Berta Klingseis
Unordnung bemängelte Berta Klingseis: „Was ist mit alten Plakaten? Die werden abgeschnitten und liegen dann herum. Das ist eine Sauerei. Wer tut sie weg?“ Wer Plakate anbringe, müsse sie auch wieder entfernen, erklärte Bürgermeister Wagenpfeil. „Wir werden das künftig besser kontrollieren“.
Hans Reischer
Hans Reischer störte sich ebenso wie Othmar Bartel daran, dass Mitarbeiter der Firma Troiber die Wiese neben dem Sportplatz-Parkplatz zum Parken nutzten. Er schlug vor, die Fläche zu befestigen und über das Städtebauförderprogramm neu zu gestalten. „Jede zusätzliche Versiegelung von Boden ist problematisch“, wandte der Bürgermeister ein.
Thomas Heider
Die Wiedereinführung eines Kindergartenbusses für die Kinder aus Zaundorf regte Thomas Heider an. Das könne man jederzeit wieder tun, erklärte der Bürgermeister: „Aber der Bedarf war so gering: zwei bis drei Kinder.“ Bei so geringen Zahlen finde sich kein Busunternehmen. Oder die Fahrtkostenbeteiligung der Eltern müsste sehr hoch angesetzt werden.
Stefan Dauscha
Stefan Dauscha sagte: „Das Parken am Kindergarten in Hofkirchen ist sehr gefährlich. Da muss eine Lösung her“. Willi Wagenpfeil pflichtete ihm bei und gestand ein: „Da haben wir regelmäßig Stau. Aber aktuell gibt es keinen Lösungsansatz.“ Es habe schon viele Überlegungen gegeben bis hin zu einer Einbahn-Regelung in der Klosterstraße. Dagegen habe es jedes Mal sofort Widerstand gegeben. „Die einzige Möglichkeit wäre eine eigene Autospur. Nur scheitert die bislang am Grunderwerb.“− heb/Fotos: heb
Quelle: PulsPNP.de –−Helene Baumgartl
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