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Feuerwehr übt mit Sonar – und findet ein Wrack


Vor dem Rettungsboot präsentiert die Feuerwehr ihr 5500 Euro teures Gerät, v.r. 2. Vorstand Markus Markmüller, 2. Kommandant Florian Markmüller, Sonar-„Chef“ Julian Binder, Vorstand Josef Rauch, 1. Kommandant Peter Binder und Bürgermeister Josef Kufner. −Foto: Rücker


Hofkirchen

Wer wissen will, wie sehr die Arbeit bei der Feuerwehr begeistern kann, sollte in Hofkirchen vorbeischauen. Dort haben sie am vergangenen Wochenende ihr neues Sonar in Betrieb genommen. Das technische Gerät soll dabei helfen, Menschen zu helfen, die in der Donau in eine Notlage geraten sind. So etwas als einzige Feuerwehr in der Region anbieten zu können, macht die Hofkirchener stolz und glücklich.

Dass sie aber dann auch noch bei der Schulung mit dem Gerät im übertragenen Sinn einen dicken Fisch an Land ziehen, stimmt sie ein wenig euphorisch. „Einen besseren Start hätten es gar nicht geben können für dieses Gerät“, meint 1. Kommandant Peter Binder. Der „dicke Fisch“ ist ein Stahlgerippe, das auf dem Grund der Donau liegt, eindeutig das Wrack eines gar nicht so kleinen Bootes. Bisher unentdeckt, „und wir finden es gleich!“, sagt Julian Binder. Er war bereit, die Hauptverantwortung für das teure Gerät zu übernehmen.

Wieso kam die Feuerwehr Hofkirchen überhaupt auf die Idee, für 5500 Euro ein Sonar-Gerät zu kaufen? Kommandant Binder: „Wir hatten doch im vorigen Jahr dieses traurigen Badeunfall, bei dem ein vierjähriger Bub in der Donau ertrunken ist. Wir waren bei der Suche beteiligt. Ein Sonar-Gerät hätte ihm vielleicht das Leben retten können.“ Mit dieser Erkenntnis habe man nicht lange gezögert. Auf dem Sparbuch des Feuerwehr-Vereins war noch ein schönes Guthaben von der Christbaumversteigerung. „Das Geld verwenden wir immer für unsere Ausrüstung“, sagt Vorstand Josef Rauch. Gesagt, getan.

Am vergangenen Wochenende wurden zehn der 58 Aktiven der Feuerwehr geschult. Thomas Schlageter kam aus Ostwestfalen an die Donau und trainierte in Theorie und Praxis. Die Feuerwehrler haben sich einen Tag Urlaub, um dabei sein zu können.

Vor allem muss der Blick für das, was der Feuerwehrler auf dem Sonar-Bildschirm sieht, geschärft werden. Ein Autoreifen auf Höhe des Wohnmobilplatzes in Vilshofen lässt sich nicht gleich als Autoreifen erkennen. „Ist das da ein Felsen?“ Jeweils drei Einsatzkräfte (plus Ausbilder) waren auf dem Boot. Während der Sonar-Messung darf das Boot nur 3 km/h fahren. Allein das zu beherrschen, ist kein Kinderspiel.

In der 2. Gruppe, die aufs Wasser ging, plötzlich die große Entdeckung auf einem Abschnitt der Donau unterhalb von Vilshofen: Ein Wrack, ein untergegangenes größeres Boot. Ausbilder Schlag-eter war ganz aus dem Häuschen. Er habe schon vieles gefunden – von versenkten Autos bis hin zu Leichen. „Aber ein Schiffswrack war noch nicht dabei. Verständlich, dass die Stelle nicht nur einmal angefahren und mit Screenshots festgehalten wurde.

Viel mehr wissen die Entdecker nicht. Mit Hilfe des Sonar-Geräts konnten zumindest die Maße des Wracks gemessen werden: 22 Meter lang und fünf Meter breit. Es liegt außerhalb der Schifffahrtsrinne 4,50 Meter tief und rund drei Meter unterhalb der Wasseroberfläche. Die genauen Koordinaten sind Geheimsache, „damit sich nicht alle möglichen Leute dort tummeln“, wie Kommandant Binder erklärt. Egal, wen er gefragt hat, „an eine Havarie mit gesunkenem Schiff in den vergangenen 50 Jahre konnte sich niemand erinnern“. Angeblich will eine DLRG-Gruppe eine Tauchübung in der Nähe der Fundstelle vornehmen.

Zurück zum Sonar: Es gehört fortan zur Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Hofkirchen, wird von Julian Binder betreut, die zehn Aktiven werden laufend geschult. Da es sich um das einzige derartige Gerät in der Region handelt, kann die Feuerwehr Hofkirchen gerufen werden, sollte es irgendwo – beispielsweise am Eginger See – benötigt werden. Denn das Hauptaugenmerk besteht nach wie vor darin, Menschen aus einer Notlage zu retten.   —Helmuth Rücker


So zeigt sich das 22 Meter lange und fünf Meter breite Stahlgerippe des Wracks auf dem Grund der Donau auf dem Bildschirm des Sonars

Quelle: pluspnp.de   —−Helmuth Rücker

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