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Blinde Zerstörungswut


Das verwüstete Haus in Reitern in der Gemeinde Hofkirchen. Alle Fenster und die Haustüre sind eingeschlagen, die Holzteile vorm Haus waren mal eine Eckbank. Der Rasenmäher: hinüber. Auch den Rasenmähertraktor haben sie demoliert. Der steht im Stall. −Foto: Elsberger

 

Hofkirchen

Geschirrtücher liegen in der Einfahrt, ein abgehackter Baum liegt quer über dem Weg. Beim Gehen knirscht es. Glasscherben, wohin man tritt. Die Vandalen, die sich an einem Haus in Reitern bei Hofkirchen zu schaffen gemacht haben, ließen von nichts die Finger.

Wie berichtet, drangen zwischen 18. September und 2. Oktober ein oder mehrere Täter in das leerstehende Haus ein. Sie haben zwar nichts entwendet, aber ihrer Zerstörungswut auf dem ganzen Grundstück freien Lauf gelassen. Das Ergebnis: Schaden im mittleren fünfstelligen Bereich.

Das Haus mit Stall liegt idyllisch am Waldrand, von der Straße aus ist es nicht zu sehen. Man erreicht es nur über einen Feldweg. Seitdem der Bewohner vor fast zwei Jahren verstorben ist, steht es leer. Eine seiner Töchter kümmert sich um das Haus, weil es zum Verkauf steht. Fast jeden Samstag fährt die 46-Jährige aus Pleiskirchen (Lkr. Altötting) 80 Kilometer her, schaut nach dem Rechten, mäht den Rasen rund um das fast hundert Jahre alte Haus. Die Zeit investiert sie, obwohl sie berufstätige Mutter ist.

So auch vergangenen Samstag. Mit dabei war wie immer ihr 14-jähriger Sohn, der gerne mit anpackt. Angekommen, entdeckte sie zuerst die Geschirrtücher am Boden. „Ich habe mir gedacht: Das sind doch die aus dem ersten Stock“, erzählt sie. Dann habe sie gesehen, dass im Haus Licht brennt. Sofort ist sie rein. Was die Frau dort sah, hat sie geschockt. „Es waren nicht mehr viele Möbel im Haus. Aber was da war, ist zertrümmert.“ Sie ist sich sicher, dass es mehrere Täter waren. „Einer allein schafft das nicht“, ist sie überzeugt.

„Die Lichtschalter und Lampen sind rausgerissen, eine Mauer ist zertrümmert, die Küche ist demoliert, die historische Kamintüre ist zusammengehauen, der Handlauf der Treppe ist zerhackt, Fenster und Haustüre sind zerdeppert“, zählt sie auf. Einer der Täter hat sich geschnitten. Die Polizei hat eine Blutspur entdeckt. Oben im ersten Stock stand noch alter Mörtel in Säcken. „Den haben sie im Haus verteilt“, fährt sie fort. Im Keller habe es beißend gestunken. Dort wurde Löschschaum versprüht.

Man könnte die Liste ewig weiterführen. Es ginge schneller, wenn die Eigentümerin sagen würde, was heil geblieben ist. Das ist nur eine Kuckucksuhr – eine Erinnerung an ihre Großeltern. Die hat sie nun in Sicherheit gebracht. „Sonst haben sie alles auf den Boden gedonnert.“

Die 46-Jährige hat viel Herzblut in ihr altes Zuhause gesteckt. „Ich hatte da hinten immer das Gefühl der Freiheit. Aber das ist jetzt kaputt.“ Sie sei stolz gewesen, was sie mit ihren eigenen Händen schon alles geschafft habe. Jetzt steht sie wieder ganz am Anfang.

Warum jemand über das Grundstück herfällt, kann sie sich nicht erklären. „Wir hatten keinen Streit. Es war nichts. Es war 100 Jahre Ruhe.“ Was seltsam ist: „An ein paar Stellen war gekehrt. Vielleicht doch schlechtes Gewissen?“ Wenn es nach der Hauseigentümerin geht, dürften die Täter damit gleich weitermachen. „Mein Wunsch wäre, dass sie beim Aufräumen helfen müssen und jede Scherbe einzeln aufheben. Dann merken sie’s sich, dass man so nicht mit fremden Eigentum umgeht.“

Hinweise an die Polizei Vilshofen unter  Telefonnummer 08541 96130.

 

 

 

Quelle: pluspnp.de   —Katja-Elsberger

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